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Inklusive Tanz-Darstellung eines ergreifenden Themas: „Die Tänzerin von Auschwitz“ in der Katharinenkirche

Inklusive Tanz-Darstellung eines ergreifenden Themas: „Die Tänzerin von Auschwitz“ in der Katharinenkirche

Am vergangenen Sonntag fand eine besondere Tanzaufführung – die sich mit einem sensiblen und wichtigen Geschichtsthema auseinandersetzt – in der Osnabrücker Katharinenkirche statt. Die dreimonatige Ausstellung „Die Tänzerin von Auschwitz“ wurde mit einer Finissage beendet, der Altarraum wurde zur Bühne umfunktioniert. Dort gab es eine beeindruckende tänzerische Umsetzung der Geschichte von Roosje Glaser durch die Patsy & Michael Hull Foundation. 45 Tänzer*innen mit und ohne Behinderung, in einheitlicher Kleidung und mit Davidstern, haben die Szenen aufleben lassen. Besucht wurde die Ausstellung von zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland und von insgesamt rund 1000 Schüler*innen. Der Abschlussauftritt soll laut Pastor Otto Weymann zum Nachsinnen anregen und als getanztes „Statement gegen Rassismus und Antisemtismus“ verstanden werden. Roosje Glaser war als jüdische Tanzlehrerin Überlebende im Konzentrationslager Auschwitz und hat Tanzabende für SS-Offiziere gestaltet, ihnen später sogar mit Erfolg angeboten, sie zu unterrichten. Daher auch der passende Name „Dancing With The Enemy“, also „Mit dem Feind tanzen“ für Glasers englischsprachige Buch. Paul Glaser lässt nun die Welt an dem Leben seiner Tante teilhaben, weil es einfach zu schön war, um nicht erzählt zu werden. Musik und Tanz sei schließlich auch Zeichen für Ausdruck von Lebensfreude, sowie Kraftgeber und Trostspender. Es gehe also nicht nur um Unterdrückung und Gefangenschaft bei dieser wahren Geschichte. Patsy Hull-Krogull ist es ein besonderes Anliegen, die Jugend gegen den schnell erwachenden Hass zu sensibilisieren. Sie hat das inklusive Tanztheater verwirklicht. Im Fokus stand, dass die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät und deren Fehler sich nicht wiederholen. Das Publikum war emotional stark involviert und dankte den Darsteller*innen mit nicht enden wollendem Applaus. Auch Autor Paul Glaser war sichtlich berührt und gab zu, dass ihn die Performance „verlegen und stolz“ gemacht habe. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Beteiligten und Besucher*innen für das außergewöhnliche Tanzprojekt.

Finissage „Tänzerin von Auschwitz“ mit Patsy & Michael Hull Foundation. Foto: André Havergo

Finissage „Tänzerin von Auschwitz“ mit Patsy & Michael Hull Foundation. Foto: André Havergo

Finissage „Tänzerin von Auschwitz“ mit Patsy & Michael Hull Foundation. Foto: André Havergo

Finissage „Tänzerin von Auschwitz“ mit Patsy & Michael Hull Foundation. Foto: André Havergo

Finissage „Tänzerin von Auschwitz“ mit Patsy & Michael Hull Foundation. Foto: André Havergo

Text: ML Fotos: André Havergo, privat


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